Wie man einen Lack mit poliertem Metalleffekt herstellt

Wie man einen Lack mit poliertem Metalleffekt herstellt

Bei einer Lackierung mit poliertem Metalleffekt geht es darum, das Aussehen von echtem Rohmetall wie Stahl, Edelstahl oder Aluminium nachzubilden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Metallic-Autolacken, bei denen jedes Aluminiumpartikel aus nächster Nähe sichtbar bleibt, wird hier eine homogene, glatte und durchgehende Oberfläche angestrebt, die den Eindruck eines echten Metallmaterials vermittelt.

Der polierte Metall-Effekt ist in verschiedenen Farbtönen erhältlich: naturbelassenes Aluminium, hochglänzendes Chrom oder auch poliertes Gold.

Um diesen Effekt zu erzielen, sind drei Elemente entscheidend:

  • hochwertige, absolut gleichmäßige Metallpigmente;
  • eine extrem flache Anordnung dieser Pigmente;
  • ein seidenmatter oder halbmatter Decklack, der das Aussehen von Rohmetall bewahrt.

Mit bestimmten Aluminiumfarben lässt sich dieser polierte Metall-Look erzielen. Heute gibt es jedoch eine neue Alternative: die Farbe NeoChrome, die nicht auf der Basis von herkömmlichem Aluminium, sondern aus einem Halbedelmetall hergestellt wird.

Mit der Farbe NeoChrome einen satinierten Chrom-Look erzielen

Bei herkömmlicher Anwendung sorgt die NeoChrome-Lackierung für einen besonders intensiven Spiegeleffekt mit hervorragender Deckkraft, sehr guter UV- und Korrosionsbeständigkeit sowie einer einfacheren Verarbeitung als herkömmliche Chromlacke auf Aluminiumbasis. Außerdem lässt sie sich wesentlich leichter lackieren, was für die Verarbeiter einen wichtigen Vorteil darstellt.

Wir haben verschiedene Lackarten – seidenmatt, halbglänzend und matt – auf der NeoChrome-Lackierung getestet, um zu beobachten, wie sie das endgültige Erscheinungsbild des polierten Metalls beeinflussen.

Hochwertige Metallpigmente und VMP-Pigmente

Um zu verstehen, wie man einen echten polierten Metalleffekt erzielt, muss man zunächst die Funktionsweise von Metallpigmenten verstehen.

In der Lackindustrie bestehen Metallpigmente hauptsächlich aus Aluminium. Dieses Metall ist leicht, reichlich vorhanden und kostengünstig, was seine massive Verwendung in Metallic-Lacken erklärt. Diese Pigmente liegen in Form von Mikroflocken vor, die unter dem Mikroskop wie winzige Plättchen aussehen, vergleichbar mit Cornflakes.

Je höher die Qualität des Pigments, desto feiner, flacher und gleichmäßiger sind die Partikel. Aluminiumpigmente haben in der Regel eine Größe von weniger als 70 µm und eine Dicke von weniger als 5 Mikrometer.

Die VMP-Aluminiumpigmente (Vacuum Metallized Pigments) stellen eine weitaus fortschrittlichere Technologie dar. Sie werden durch Vakuummetallisierung hergestellt, bei der eine extrem dünne Schicht aus reinem Aluminium auf eine Trägerfolie aufgebracht wird. Diese Metallschicht wird anschließend abgelöst und in ultradünne, vollkommen gleichmäßige Mikroblättchen zerkleinert. Dank dieser Technologie bieten VMP-Pigmente eine deutlich bessere Lichtreflexion als herkömmliche, gemahlene Aluminiumpigmente. Damit lassen sich Chrom-, Spiegel- oder Metalleffekte mit einer sehr großen optischen Tiefe erzielen.

Die Anordnung der Pigmente: Der Schlüssel zum polierten Metalleffekt

Wenn Metallpigmente zufällig in einer Farbe verteilt sind, richten sie sich in alle Richtungen aus. Das Ergebnis ist dann eine klassische Metallic-Farbe.

Um einen echten polierten Metalleffekt zu erzielen, müssen hingegen alle Pigmente in einer extrem dünnen Schicht perfekt flach ausgerichtet sein. Genau diese gleichmäßige Ausrichtung sorgt dafür, dass das Licht wie bei einer echten Metalloberfläche reflektiert wird.

Bei herkömmlichen Lacken ist dies nicht möglich, da die Schichtdicke in der Regel etwa 25 Mikrometer beträgt – also deutlich mehr als die Dicke des Pigments selbst. Nehmen wir das Beispiel von Chromlacken, die mit VMP-Pigmenten formuliert sind: Um einen Spiegeleffekt zu erzielen, reduzieren die Hersteller die Bindemittelmenge auf das absolute Minimum. Das Ziel ist es, eine ultradünne Schicht zu erzeugen, in der alle Pigmente in derselben Ebene ausgerichtet bleiben.

Dies ist auch der Grund, warum Chromlacke oft schwer zu versiegeln sind: Die Pigmente werden vom Harz nur sehr schwach gehalten, und schon die geringste Zugabe von zusätzlichem Material kann ihre Ausrichtung stören und den Spiegeleffekt beeinträchtigen.

Das gleiche Prinzip gilt für Aluminiumfarben mit poliertem Metalleffekt: Je dünner die Schicht ist und je flacher die Pigmente liegen, desto realistischer wirkt der Metalleffekt.

Die Wahl des Lacks, um das Aussehen von Rohmetall zu bewahren

Die Wahl des Lacks spielt eine entscheidende Rolle für das endgültige Erscheinungsbild.

Ein Hochglanzlack verleiht dem Metall schnell ein „Lack-Aussehen“, das sich vom natürlichen Erscheinungsbild von rohem Metall unterscheidet. Tatsächlich weisen die meisten unpolierten Metalle von Natur aus eher eine seidenmatte als eine spiegelglatte Oberfläche auf.

Um ein realistisches Metallaussehen zu bewahren, empfiehlt es sich, einen Lack mit einem Glanzgrad zwischen 20 und 60° zu verwenden. Ein Lack wie der ST820 mit einem Glanzgrad von etwa 40° bietet beispielsweise einen hervorragenden Kompromiss zwischen Schutz und optischer Realitätsnähe.

Man sollte jedoch bedenken, dass ein matter oder seidenmatter Lack, der auf einen echten Spiegeleffekt aufgetragen wird, die Intensität der Chromreflexe automatisch verringert.

Das gleiche Phänomen tritt auch bei Goldfarben mit Rohmetall-Effekt auf, wie beispielsweise den Farben GOLD PREMIUM BC70, BC71, BC75 oder BC76. Auch diese Rezepturen basieren auf Metallpigmenten von sehr hoher Qualität und einer optimierten Partikelanordnung. Wird ein zu glänzender Lack aufgetragen, geht die natürliche Optik des Goldmetalls zugunsten einer künstlich wirkenden Hochglanzoptik verloren.